In Mühlholz gibt die Natur die Richtung vor.
In Mühlholz leben wir das, woran wir glauben: dass Landwirtschaft nur dann Zukunft hat, wenn sie mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie.
Mit der Fläche, die uns zur Verfügung steht, gehen wir achtsam um. Mischkultur und durchdachte Fruchtfolge sind für uns keine Schlagworte, sondern gelebter Alltag. Unsere Wiesen liefern beim ersten Schnitt wertvolles Blumen- und Wiesenheu, der zweite geht in die Kompostproduktion. Gülle bringen wir nicht aus. Selbst Dachs und Krähe sind Teil unseres Systems – sie wühlen zwar die Wiesen auf, fressen aber auch Engerlinge. Ein fairer Kreislauf. Unser Ziel ist der Plus-Energiehof: Mit eigenem Brunnen, Mischwald, Holzheizung und Photovoltaik kommen wir dem schon sehr nahe. Wir warten nicht auf die Energiewende, wir setzen sie regional um.
Ein Hof ohne Hühner war für Ines schon als Kind unvorstellbar. Obwohl sie nicht auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen ist, haben die Zeiten bei ihren Großeltern sie geprägt. Heute sind Hühner Herzstück von Mühlholz. Wir halten und züchten verschiedene Rassehühner – aus Überzeugung. Vielfalt ist für uns kein Trend, sondern Verantwortung. Unterschiedliche Rassen bedeuten unterschiedliche Eigenschaften, Farben, Charaktere und genetische Stärke. Wir möchten, dass auch kommende Generationen diese Vielfalt noch erleben können.
Hühner gehören für uns nicht nur auf den Bauernhof. Auch im Garten können sie Teil eines bewussten Lebens sein. Kaum ein Tier ermöglicht es so unkompliziert, ein hochwertiges Lebensmittel selbst zu erzeugen. Gleichzeitig lehren sie Geduld, Aufmerksamkeit und Respekt. Natürlich gehört zur Zucht auch das Schlachten. Diese Verantwortung übernehmen wir selbst – stressfrei und würdevoll am Hof. Tierhaltung mit Haltung bedeutet für uns, nichts auszublenden.
Boden ist die zweite Grundlage unseres Arbeitens. Hinter dem Haus entstehen in unseren Kompostmieten durch Zeit und Mikroorganismen wertvolle Humuserden – auch aus Bioabfällen der Gemeinde. Johannes verbindet dabei landwirtschaftliches Verständnis mit technischem Handwerk. Nach seiner Ausbildung in Mechatronik und mehreren Jahren im Sondermaschinenbau entwickelte er eigene Lösungen für die Landwirtschaft, vom Kräutertrockenturm bis zum Kompostwender. Verkauft wird bei uns nur, womit wir selbst arbeiten und Erfahrung haben. Unsere Hochbeete, Erden und durchdachten Details sind aus dem eigenen Bedarf entstanden – und aus dem Anspruch, Kreisläufe sinnvoll zu schließen.
Mühlholz ist kein perfektes Idyll, sondern ein lebendiger Ort. Ein Ort, an dem gearbeitet, gelernt, gezüchtet, gebaut und vermittelt wird. Denn eines ist für uns klar: Die Natur braucht uns nicht. Aber wir brauchen die Natur.